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Aktuelle Informationen unseres Imkerberaters

Besonders für ehemalige Probeimker („Imker werden“) und Neuimker versendet unser Imkerberater Uwe Stubbe regelmäßig eine Rundmail mit Hinweisen zur Bienenhaltung und den aktuell in der Imkerei anstehenden Arbeiten. (Wenn Sie auf die Liste der Empfänger gesetzt werden möchten, schreiben Sie bitte eine Mail an imkerberater1@taunusimker.de.) Die jeweiligen Mailinhalte finden Sie unten chronologisch aufgeführt.

25. September 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

ich leite Ihnen / euch das letzte Rundschreiben des LHI weiter, in dem auf die Möglichkeit hingewiesen wird, eine kostenlose Rückstandsanalyse des eigenen Wachses vornehmen zu lassen.

Wachs ist ein wertvolles (auch im Sinne von "teures") und zentrales "Betriebsmittel" in der Imkerei, von dem ganz wesentlich die Gesundheit der Völker und die Qualität des Honigs abhängt!

In den letzten Jahre ist aufgrund verschiedener Skandale wegen Verfälschungen (Stearin oder Parafin) oder Rückstände von Behandlungsmitteln aus der Imkerei oder von Pflanzenschutzmitteln die Wachsqualität zunehmend in den Focus gerückt.

Der Zukauf von Mittelwänden, hergestellt aus Wachs unbekannter Herkunft, ist immer kritisch. In jedem Fall sollte man sich vom Händler eine Kopie einer Wachsanalyse für die Mittelwandcharge geben lassen. - Besser ist, nur das eigene Wachs für die Herstellung neuer Mittelwände einzusetzen. Wenn es geht (ausreichende Mengen) sollte hierzu nur das neue, unbebrütete oder nur einmal bebrütete Wachs verwendet werden. Altwachs kann ausgeschieden und z.B. zur Kerzenproduktion eingesetzt werden.

Wer bereits ein paar Jahre imkert, bei der/dem kommen über die Wabenerneuerung (Altwachs), sowie Drohnenbrutschneiden und das Entdeckeln von Honigwaben (Neuwachs) irgendwann dann doch auch ansehnliche Mengen an Wachs zusammen. Diese kann zur Mittelwandproduktion (ggfs. über einen vertrauenswürdigen Umarbeiter) eingesetzt werden. - Gut ist dann, wenn man einen Eindruck davon erhält, inwiefern das eigene Wachs mit Rückständen belastet ist. Ein positives Ergebnis (keine oder nur sehr geringe Rückstände) ist doch sehr beruhigend. Bei einem negativen Ergebnis sollte man darüber nachdenken, was verbessert werden kann (Altwachs ausscheiden, Behandlungsmittel wechseln, Standort verlegen).

Wenn Sie / ihr eigenes Wachs haben / habt, dann nutzen Sie / nutzt das Angebot des LHI, eine kostenlose Wachsanalyse zu erhalten. Details finden sich in der Anlage.

Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

19. September 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

über den Sommer habe ich Sie / euch leider etwas sehr nachlässig mit Informationen versorgt. Ich möchte das ein klein wenig wieder gut machen und über die aktuelle Lage bei den Bienenvölkern berichten, so wie wir sie bei unseren Völkern erleben und wie mir das auch in den meisten Gesprächen mit anderen Imkerinnen und Imkern widergespiegelt wird.

Es ist immer noch außergewöhnlich warm für Ende September; nur in den Nächten gehen die Temperaturen manchmal deutlich herunter. Dadurch ist es weiterhin gut möglich, fehlendes Winterfutter in die Völker zu bringen oder eine eventuell notwendig werdende Varroabehandlung mit Ameisensäure vorzunehmen.

Schauen Sie / schaut nach, ob die Völker ausreichend mit Futter versorgt sind. (Fünf Kilogramm zu viel sind besser als ein halbes Kilogramm zu wenig! Überzählige Futterwaben können im Frühjahr gut bei der Ablegerbildung eingesetzt werden.) Die Futterversorgung kann man gut durch Wiegen mit einer Federzugwage abschätzen. Hierzu jeweils vorne und hinten je einmal die Wage ansetzen, bis der Boden sich geradeso von der Beutenauflage abhebt. Vom addierten Gesamtgewicht muss man natürlich das auf gleiche Weise einmal ermittelte "Leergewicht" (Beute mit Rähmchen und Waben und ein wenig Brut und Bienen) für die Beuten abziehen. Eine andere Methode ist das Abschätzen bei einer Sichtkontrolle aller Rähmchen. Für jede gezogene Wabe muss das Futtergewicht geschätzt und dann aufaddiert werden. Eine beidseitig gefüllte Zanderwabe enthalten etwa 2 bis 2,5 kg Futter. - Wir haben gerade festgestellt, dass unsere letzte Fütterung vor einer Woche nicht zu einer Gewichtszunahme geführt hat: Viele Völker brüten noch stark und verbrauchen daher auch noch reichlich Futter! Daher sollte man sich jetzt noch nicht entspannt zurücklehnen, wenn einmal das Sollgewicht erreicht ist: So lange das Wetter warm bleibt, kann das auch wieder unterschritten werden.

Wir kontrollieren bei unseren Völkern den Varroabefall mittels einer Bienenprobe mit Puderzucker. Alternativ kann auch mit einer Bodeneinlage über den natürlichen Varroamilbentotenfall die Varroabelastung abgeschätzt werden. Wichtig ist bei beiden Methoden, dass sie korrekt durchgeführt werden. Wenn Sie sich / ihr euch nicht sicher sind / seid, dann sollten immer die entsprechenden Arbeitsanweisungen des Bieneninstituts Kirchhain herangezogen werden. Nur eine korrekt angewandte Methode führt auch zu einem belastbaren Ergebnis. - Unsere Messergebnisse lagen in diesem Jahr erfreulich niedrig. Das gleiche höre ich auch von vielen anderen Imkerinnen und Imkern. Hoffen wir, dass es so bleibt. - Aber auch hier sind hin und wieder Kontrollen wichtig, so lange es warm bleibt! - Werden die Schadschwellen überschritten, kann jetzt noch sehr gut über einen geeigneten Verdunster (am besten Nassenheider) eine Ameisensäurebehandlung vorgenommen werden. Stellt man später im Jahr fest, dass es "gefährlich" wird, bleibt als Option immer noch eine Behandlung mit Oxalsäure (Träufeln oder Sprühen) für den Dezember (bei möglichst weitgehender Brutfreiheit!).

Ich hoffe, bei Ihren / euren Bienen sieht es ebenfalls gut aus und sie gehen gesund und kräftig in den Winter!

Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

31. Mai 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

zumindest an unserem Bienenstand in Friedrichsdorf kommt derzeit keine Tracht herein. - Damit bietet sich übrigens ein sehr guter Zeitpunkt zur Honigernte! - Bei der Kontrolle unserer Bienenvölker haben wir gestern am 30.5.2020 festgestellt, dass die Pollen- und Futterkränze über dem Brutnest doch recht stark abgeschmolzen sind.

Das ist einerseits erfreulich bei den Völkern, die sich hier im Verlauf des Frühjahrs etwas das Brutnest eingeengt hatten; jetzt haben sie wieder mehr Platz zum Brüten. Andererseits bedeutet das (zumindest für die Völker, die mit nur einem Zanderbrutraum geführt werden), dass man sicher stellen muss, dass noch genügend Futterreserven in den Völkern vorhanden sind.

Vor allem, wenn Sie / ihr jetzt Honig erntet muss also darauf geachtet werden, dass den Völkern noch genügend Futter zum Überleben bleibt! Es ist noch nicht abzusehen, wann wieder neuer Nektar in nennenswerter Menge hereinkommen wird. Gleichfalls sind frisch gebildete Ableger gefährdet. Da ist es gut, wenn man ggfs. noch eine Futterwabe zuhängen kann. Notfalls müssen Ableger flüssig gefüttert werden, damit sie weiter Mittelwände ausbauen.

Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

24. Mai 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

vermutlich haben viele von Ihnen / euch bereits den ersten Honig geschleudert, der zumindest bei uns in diesem Jahr reichlich geflossen ist.

Als Anlage habe ich die aktuelle Ausgabe des Infobriefs der Bieneninstitute "Bienen@Imkerei" beigefügt, der sich vor allem mit lebensmittelrechtlichen Fragen zur Honigproduktion beschäftigt. Interessant finde ich aber auch die Tabelle zum Blühphasenmonitoring der Trachtpflanzen auf der letzten Seite.

Da immer auch wieder neuere Imkerinnen und Imker meine Rundmails erhalten: Ich empfehle den Bezug des oben angehängten Infobriefs sehr. Über diesen Link kann man sich eintragen: https://www.bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=32F413N3I9&p1=V751NG2FK3&p3=3EJ6R9TL7L&p4=HY3576SY58

Ansonsten hoffe ich, dass es Ihren / euren Bienen gut geht. Wir beginnen jetzt mit der Königinnenvermehrung, damit dann in einem guten Monat ausreichend legestarke Königinnen zur Verfügung stehen. Vermutlich werden wir auch weiterhin zum einen oder anderen Schwarmfang gerufen werden. (In der Regel werden wir diese Schwärme auch gerne wieder an Interessenten gegen eine kleine Aufwandsentschädigung los.)

  https://www.bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=909H75M036&p1=title%3DInfobrief+Bienen%40Imkerei+20+12+%2F+22.05.20%7E%7Eurl%3D%2FInternet%2Fglobal%2Fthemen.nsf%2F0%2F0DFC395ABCA36C8DC125857D00247D74%3FOpenDocument&p3=3EJ6R9TL7L&p4=HY3576SY58

Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

5. Mai 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

in unserer Imkerei füllen sich jetzt auch bei den meisten Völkern die zweiten (bei uns unten sitzenden) Honigräume. Der Großteil der Waben in den ersten Honigräumen ist bereits verdeckelt. Einem Volk mussten wir gar einen dritten Honigraum geben, weil abzusehen war, dass die Bienenmassen sonst keinen Platz in der Beute finden würden, was die Schwarmlust unnötig angeheizt hätte.

Jetzt machen wir uns Gedanken, wann den ein geeigneter Zeitpunkt für die Ernte der Frühtracht gekommen sei. Die Obstbäume sind so gut wie verblüht. Lediglich einige, letzte Apfelbäume werden noch von den Bienen beflogen. Als nächstes ist mit dem Aufblühen der Himbeeren zu rechnen. Die ersten unscheinbaren Blüten sind schon zu sehen. Nach dem Regen der letzten Tage wird es hier sicherlich reichlich Nektar geben. Und jetzt wird es wieder kräftig warm. Mit einer richtigen Trachtlücke ist also in den nächsten Tagen nicht zu rechnen.

Am Sonntagabend steht uns laut Wettervorhersage jedoch ein kräftiger Temperatursturz bevor, nach dem es dann nur langsam wieder wärmer wird. Vermutlich werden die Bienen dann nur wenig fliegen und Nektar einbringen können. Stattdessen werden sie Zeit haben, den bereits eingebrachten Nektar einzudicken und zu Honig zu verarbeiten. Vermutlich wird also in einer guten Woche ein guter Zeitpunkt für die Honigernte sein. Wir werden dann vermutlich nur die ersten (oberen) Honigräume, sowie aus den unteren Honigräumen die überwiegend verdeckelten Waben ernten.

In Anbetracht des bevorstehenden Temperatursturzes wäre es auch nicht sinnvoll, kurz vorher noch Ableger zu bilden und Königinnen zu ziehen, da kleine Einheiten es schwer haben, die notwendige Bruttemperatur zu halten. Mit der Ablegerbildung sollte also besser auch noch gewartet werden, bis es Mitte nächster Woche wieder wärmer wird.

Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

27. April 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

inzwischen haben wir bei unserer Imkerei auf allen Völker die zweiten Honigräume aufgesetzt und diese sind auch bei einigen Völkern schon reichlich gefüllt. Viele Waben im ersten Honigraum werden bereits von den Bienen verdeckelt. Ich habe den Eindruck, dass der Honig durchweg einen eher sehr geringen Wassergehalt hat. Das alles lässt auf eine gute Frühtrachternte hoffen. - Wir setzen übrigens in aller Regel den zweiten Honigraum direkt über das Absperrgitter auf und stellen (man müsste bei einigen Völkern eher sagen: wuchten) den ersten Honigraum dann oben auf. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die zweiten Honigräume so viel schneller von den Bienen angenommen werden und somit entlastend wirken, als wenn wir den zweiten Honigraum ganz obenauf stellen.

Über die letzten Wochen haben die Bienen viel Pollen eingetragen und im Brutnest abgelagert. Dort schränkt der Pollen die Brutaktivität der Königin ein. Verschärft wird das noch dadurch, dass die Bienen auch den Nektar erst einmal in den nächstliegenden Zellen "abkippen", wenn gerade viel hereinkommt, wie es zur Zeit der Fall ist. Wer dann mit der Erweiterung des Honigraums etwas zögerlich ist, erreicht in seinen Völkern ganz schnell die Voraussetzungen für Schwarmlist. - Wir hatten bereits bei einigen Völkern angezogene (mit Made und viel Futtersaft) oder gar verdeckelte Königinnenzellen. Ist die erste Königinnenzelle verdeckelt, wird bald der Schwarm abgehen! Ich höre viele Berichte von Schwärmen. - Seien Sie / seid daher aufmerksam bei der Schwarmkontrolle Ihrer / eurer Völker.

Und bereiten Sie / bereitet rechtzeitig die anstehende Frühjahrshonigernte vor. Vermutlich könnte in ein bis zwei Wochen ein guter Zeitpunkt hierfür sein (eingetragener Nektar nach kühler oder Schlechtwetterphase gut verarbeitet und / oder Trachtlücke eingetreten).

 Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

5. April 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

 ich möchte Sie / euch - wieder einmal - auf den Infobrief.Bienen.Imkerei aufmerksam machen, der vom Bieneninstitut in Mayen (Rheinland-Pfalz) als E-Mail-Newsletter herausgeben wird. Er erscheint monatlich und enthält oft anregende und nützliche Informationen zur Imkerei.

Im aktuellen Infobrief - die entsprechende Nachricht habe ich unten angehängt - wird unter anderem das Thema Honigqualität von Anfang an behandelt. Es sieht so aus, dass wohl insbesondere der Wassergehalt nicht unwesentlich beeinflusst werden kann, wenn man schon während der Trachtphase entsprechende Vorkehrungen trifft. Mit geschlossenen Böden lässt sich er Wassergehalt offensichtlich um durchschnittlich 0,5 % senken. Aber lesen Sie / lest selbst!

 Von meiner Seite möchte ich hierzu noch ergänzen, dass neben der vom Bieneninstitut Mayen erwähnten Schließung der Gitterböden auch die Volksstärke eine entscheidene Größe sein dürfte: Mit starken Völkern kann man trockeneren Honig ernten, weil mehr Bienen zum Trockenen des Honigs zur Verfügung stehen!

 https://www.bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=77MX6O82N9&p1=title%3DInfobrief+Bienen%40Imkerei+20+06+%2F+03.04.20%7E%7Eurl%3D%2FInternet%2Fglobal%2Fthemen.nsf%2FWeb_P_Aktuelles_XP%2F054F24EB27B26783C125853F0040B556%3FOpenDocument&p3=X14SNYJ6IZ&p4=HY3576SY58

 Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

30. März 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,

zur Zeit ist gerade etwas kalt, aber das soll sich schon gegen Ende der Woche ändern, und dann wird bei den Bienen alles ganz schnell gehen.

Meine Frau und ich waren am Sonntag an unseren Bienen und haben (vielleicht etwas spät) Drohnenrahmen eingesetzt. Bei einem einzargigen Volk ohne Bausperre im Boden gab es an den Unterträgern schon viele Naturbauwaben, die ausschließlich aus Drohnenzellen bestanden und die bereits überwiegend verdeckelt waren. Natürlich haben wir diese entfernt, und was mussten wir sehen? Bei mehreren aufgerissenen Drohenzellen saßen Varroen auf den Larven, in einer Zelle sogar drei Stück! - Durch das regelmäßige Schneiden der Drohnenbrut kann man die Varroabelastung um bis zu 50 % reduzieren. Ganz besonders effektiv ist das am Anfang der Erzeugung von Drohnenbrut, also genau jetzt! - Wenn Sie / du es noch nicht getan haben sollten / solltest, dann ist jetzt höchste Zeit.

Wir haben auch schon die ersten Knospen an den Kirschbäumen gesehen, die kurz vor dem Aufplatzen waren. Wenn es zum Wochenende wieder warm wird, dann werden die Kirschen anfangen zu blühen. Das ist auch der richtige Zeitpunkt, die Honigräume aufzusetzen! Eine Woche zu früh ist hier besser als ein Tag zu spät. Wenn erst einmal der große Nektarfluss einsetzt und aufgrund des fehlenden Honigraums von den Bienen die Zellen rund um des Brutnests für die Honigeinlagerung benützt werden müssen, dann tritt ganz schnell Scharmstimmung ein, und die ersten Schwärme hängen bereits in gut einer Woche in den Bäumen.

 Herzliche Grüße
Uwe Stubbe

24. März 2020

Liebe Imkerinnen und Imker,
trotz Corona und der aktuell wieder etwas frischeren Witterung: Das Frühjahr schreitet unaufhaltsam voran und den Bienen ist Corona egal! (Und Sie/ihr können/könnt sich/euch dort nicht anstehen - zumindest nicht, wenn man alleine arbeitet.)
Folgende Arbeiten sind jetzt notwendig:

- Weiterhin, bis zum Einsetzen der ersten Massentracht (bei uns i.d.R. die Kirschblüte, falls es nicht wieder wie letztes Jahr dann eiskalt wird) Futtervorräte im Blick behalten. Die Bienen dürfen jetzt nicht hungern, weil sie viel Energie brauchen, um große Mengen an neuen Bienen zu erbrüten. Kontrolle kann durch Wiegen erfolgen. Besser ist an einen schönem, wärmen Tag mittags KURZ hineinzuschauen. Dabei von rechts und links her vorsichtig Waben ziehen, bis man an das Brutnest kommt. Dabei kann man ggfs. auch verschimmelte Randwaben entnehmen und gegen neue (keine Mittelwände!) austauschen. Ggfs. kann man Futterwaben bei reichlich versorgten Völkern entnehmen und sie dort einsetzen, wo es knapp zu werden droht.

- Kontrolle ob das Volk weiselrichtig ist (eine legende Königin hat). Wenn zum Flugloch Pollen eingetragen wird, ist das schon einmal ein ziemlich gutes Zeichen. Bei der o.g. Kontrolle kurz auf einer Brutwaben schauen, ob alle Brutstadien vorhanden sind. (Alles Weitere, wie z.B. Suchen der Königin ist unnötig und führt nur zur Abkühlung des Brutnests!)

- Ggfs. Sitz des Brutnest in die Mitte rücken, falls sich dieses zu sehr an einem Rand befindet. Dazu hängt man am besten ein oder zwei Futterwaben auf die andere Seite um. (Achtung: Dies muss natürlich ggfs. bei beiden Zargen geschehen, wenn das Volk zweizargig überwintert wurde!)

- Bei zweiräumig überwinterten Völkern ggfs. untere Zarge entnehmen, sofern diese i.W. leer (keine Brut) ist. Völker entwickeln sich oft besser, wenn sie im Frühjahr ein wenig eingeengt werden. Die anfallenden (i.d.R. ja bebrüteten Waben) können sehr gut dort eingesetzt werden, wo verschimmelte Randwaben entnommen wurden (siehe ganz oben!). Die Anordnung in der Zarge muss danach natürlich wie folgt sein (vom Rand her gesehen): Futterwaben; ggfs. leere (optimal bereits bebrütete Waben); Brutnest; ggfs. leere (optimal bereits bebrütete Waben); Futterwaben.

Folgendes wird demnächst notwendig:

- Honigräume (optimal mittig mit 4 bis 6 ausgebauten Waben und Rest Mittelwänden) und Absperrgitter bereit halten.

Alle Imkerkurse und -schulungen fallen in diesem Frühjahr coronabedingt leider aus. Nutzen Sie/nutzt alternativ das Angebot auf der Internetseite https://die-honigmacher.de/ für die Fortbildung.

Ich wünsche Ihnen/euch allen ein gute Frühjahrszeit und bleiben Sie/bleibt gesund!

  Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

8. Dezember 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

das Jahresende naht und vor kurzem ist es dann doch einmal recht kalt geworden. Vermutlich ist in unserer Region kurz vor Weihnachten der optimale Zeitpunkt für eine Winterbehandlung der Völker gegen Varoose. Für eine Winterbehandlung sollten die Völker möglichst brutfrei sein, da die hier eingesetzten Mittel Oxalsäure oder Milchsäure die Varroen aufgrund ihrer Kontaktwirkung töten und nicht in die verdeckelte Brut hinein wirken. Ich selber bevorzuge die Träufelbehandlung mit Oxalsäuredihydratlösung gemischt mit Zucker. (Ein brauchbares Video hierzu finden Sie / findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=zHmD0aZPd64 - "oxuvar - Bienenarzneimittel zur Varroabehandlung" sowie https://www.youtube.com/watch?v=s8LEdHIGjoc - "Winterbehandlung / Restenmilbung mit Oxalsäuredihydratlösung (3,5%)" - 'Bei letzterem Film trägt die Imkerin leider nicht die vorgeschriebene Schutzkleidung. Handschuhe und Schutzbrille oder auch Schleier sind zu empfehlen. Der Schleier auch deswegen, weil eventuell auffliegende und mit Oxalsäure benetzte Bienen sich gerne auf die warme Haut des Gesichts setzen, wodurch sehr schnell Oxalsäure in die Augen geraten kann.)

Sofern Sie / ihr den Varroabefall der Völker immer wieder einmal gemessen habt, was ich grundsätzlich empfehle, sollten natürlich nur die Völker behandelt werden, deren Befall über der Schadschwelle liegen.

Grundsätzliches Ziel der Imkerei sollte sein, so weit wie möglich auf den Einsatz von Behandlungsmitteln zu verzichten. Den biotechnischen Maßnahmen wie Drohnenbrutschneiden und eine Brutpause ggfs. mit Brutentnahme ist immer der Vorzug zu geben. Nur auf diesem Weg werden wir langfristig varroaresistente Bienen bekommen!

Ich wünschen Ihnen / euch ein schöne Advents- und Weihnachtszeit und das im kommenden Jahr hoffentlich alle Völker wieder fliegen.

Herzliche Grüße
Uwe Stubbe
Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

03. Juli 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

die Sommersonnenwende liegt hinter uns und die Bienenvölker beginnen sich auf die Überwinterung einzustellen.

In unserer Gegend bringen die Bienen jetzt die letzten Trachten ein (Esskastanie und Waldtracht). Ab Mitte Juli können Sie / könnt ihr vermutlich an das Abschleudern, also an die letzte Honigernte dieses Jahres denken. Danach sollte unverzüglich ein erster kleinerer Futterstoß (etwa 5 kg Flüssigfutter) gegeben werden, damit bei den Völkern nicht das Gefühl des Mangels aufkommt und das Brutgeschäft eingeschränkt wird. Achtung: Ab jetzt ist es wichtig, bei der Wabenhantierung (insbesondere Honigernte) und der Fütterung darauf zu achten, dass kein Honig oder Futter außerhalb des jeweiligen Volkes kleckert. Die Gefahr der Räuberei steigt zunehmend!

Bitte planen Sie / plant auch rechtzeitig die Behandlung gegen die Varroamilbe.

Im Deutschen Landwirtschaftsverlag gibt es ein neues Sonderheft von Bienen und Natur - "Varroa im Griff", das sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt ( https://www.landecht.de/bienen-natur-sonderheft-02-19-varroa-im-griff ).

Nach bzw. zwischen den Zyklen der Varroabehandlung muss weiter bis zur Überwinterungsstärke aufgefüttert werden. Ein großes Volk sollte netto etwa 18 bis 22 kg Futter zur Überwinterung haben. Es reicht nicht, lediglich die entsprechende Menge einzufüttern. Durch die Umarbeitung bzw. Konzentrierung des Futters durch die Bienen bzw. durch stille Räuberei oder mangels anderer Futterquellen kann am Ende weniger vorhanden sein als erwartet. Daher ist das Wiegen der Völker unerläßlich.

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal auf den Tag der Imkerei, unseren Tag der offenen Tür auf der Belegstelle an der Saalburg am kommenden Sonntag, 7. Juli von 11 bis 17 Uhr hinweisen (Tag der Imkerei und Tag der offenen Tür  ). Dies ist ein guter Termin, um interessierte Freunde und Bekannte einen ersten Kontakt zu Bienen und Imkerei zu ermöglichen; und natürlich sehe ich Sie / euch dort auch gerne einmal wieder.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

26. April 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

wir waren gestern wieder einmal an unseren Bienen und haben festgestellt, dass bei einigen Völkern schon recht viel Nektar eingetragen war und hier und da auch Schwarmstimmung aufgekommen ist.

Die Annahme der Honigräume gestaltet sich bei verschiedenen Völkern oft recht unterschiedlich gut. Einigen fällt es geradezu schwer, das Absperrgitter zu durchschreiten. Bei anderen ist ruck-zuck alles ausgebaut und gefüllt. So war es auch bei unseren Völkern. Bei ettlichen Völkern mussten wir bereits jetzt einen zweiten Honigraum aufsetzen, weil der erste bis auf die Randwaben gefüllt war. Bitte zögern Sie / zögert nicht zu lang damit, einen weiteren Honigraum aufzusetzen. Wenn der erste bereits "proppevoll" ist, ist es eigentlich schon zu spät. Besser ist es, weitere Honigräume rechtzeitig aufzusetzen.

Geschieht dass zu spät, sehen sich die Bienen gezwungen, den Nektar im Brutnest einzulagern. Die Folge ist, dass hier dann zu wenig Platz für die Eiablage der Königin ist. Dadurch geht der Brutumfang zurück, und die Ammenbienen können ihren Futtersaft nicht mehr loswerden. - Und schon ist die Schwarmstimmung da!

Auch bei unseren Völkern haben wir bereits erste Königinnenzellen mit einem Ei oder gar bereits mit einer angepflegten Larve entdeckt. Seien Sie / seid also auf der Hut und kontrollieren Sie / kontrolliert regelmäßig (alle sieben bis spätestens neun Tage) auf vorhandene Königinnenzellen. - Es gab über Ostern bereits viele Schwarmmeldungen!

Eine gute Methode, die Schwarmneigung zu senken, ist auch das Schröpfen der Völker. Hierzu wird einem starken Volk eine Wabe mit Brut entnommen. Daraus lassen sich wunderbar Ableger bilden. Die richtige Zeit dazu hat jetzt begonnen!


Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

01. April 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

in meiner letzten Rundmail hatte ich darauf hingewiesen, dass Sie / ihr schon einmal Honigräume vorbereiten sollten / solltet. Am Wochenende haben wir dann tatsächlich auf den ersten Völkern Honigräume aufgesetzt.

Wann genau die Honigräume aufgesetzt werden sollten, ist immer eine knifflige Entscheidung. Erfolgt dieser Eingriff zu früh und es kommt noch einmal ein Kälteeinbruch, dann haben es die Bienen schwerer, das Brutnest ausreichend warm zu halten. Erfolgt die Honigraumgabe zu spät, dann wird bereits massenhaft Nektar in das Brutnest eingetragen und dadurch die weitere Entwicklung des Bienenvolks behindert, was ein auslösender Faktor für den Schwarmtrieb ist. - Es ist jedoch immer besser, den Honigraum zu früh aufzusetzen, als zu spät!

Wenn wir sehen, dass ein Volk für seinen Raum recht stark ist bzw. dass viel verdeckelte Brut vorhanden ist und somit zu erwarten ist, dass in der nächsten Zeit viele Bienen schlüpfen werden, und gleichzeitig die ersten Massentrachten zu erwarten sind (in unserer Gegend mit dem Beginn der Kirschblüte - und die ersten Bäume blühen!), setzen wir die Honigräume über Absperrgitter auf. Die neuen Honigräume bestehen bei uns üblicherweise aus vier bis sechs ausgebauten Waben (Honigraumwaben des Vorjahres), die rechts und links von Rähmchen mit Mittelwänden flankiert werden.

Bevor die Honigräume aufgesetzt werden, müssen überzählige Futterwaben entnommen werden, um zu vermeiden, dass Futter in den Honigraum umgetragen wird. (Das würden die Bienen tun, um sich im Zentrum Platz für das Brutnest zu schaffen.) Optimal bleibt an den Rändern der Beute jeweils eine Wabe mit Futter übrig. - Bitte entnehmen Sie / entnehmt nicht ALLES Futter, das kann schnell zum Verhungern des Volks führen, wenn z.B. aufgrund schlechten Wetters nicht so viel Nektar eingetragen werden kann wie erhofft!

Vergessen Sie / vergesst nicht die Kontrolle der Drohnenrahmen. Auch dazu hatte ich in meiner letzten Rundmail bereits etwas geschrieben.

Bei unseren Völkern waren die Drohnenrahmen nun so gut wie alle ausgebaut und mit Brut belegt. Einen ersten voll verdeckelten Drohnenrahmen konnten wir bereits entnehmen. Wir haben also unsere Völker mit einem zweiten Drohnenrahmen versehen. Über den Frühling uns Sommer führen wir die Völker mit zwei Drohnenrahmen, die wir immer im Wechsel entnehmen. So gibt es im Volk immer Drohnenbrut, die kurz vor der Verdeckelung steht. Dorthinein schlüpften die Varroaweibchen mit besonderer Vorliebe.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

22. März 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

der Frühling kommt mit Macht, und die Bienenvölker sollten alle bereits seit Wochen fleißig am Brüten sein. Auch die vergangene Periode mit eher kühleren und nassen Tagen wird diese Entwicklung nicht wesentlich aufgehalten haben. - Wir werden heute, am Freitag dem 22. März, mittags in unsere Bienenvölker schauen, um eine Frühjahrskontrolle vorzunehmen. - Sofern Sie / ihr das noch nicht getan haben sollten / solltet, planen Sie / plant dies bitte baldmöglichst für einen schönen, warmen Zeitraum ein!

Was ist zu tun?

- Kontrolle auf Weiselrichtigkeit
- Kontrolle der Futtervorräte
- Sitz des Brutnests kontrollieren
- Angeschimmelte Waben entnehmen
- Drohnenrahmen einhängen

Auch wenn es heute sehr angenehm war zu werden verspricht, ist es draußen immer noch deutlich kühler, als im Brutnest eines Bienenvolks. Daher sollte die Frühjahrskontrolle kurz, effektiv und schonend erfolgen. Öffnen Sie / öffnet die Beuten nicht länger, als unbedingt notwendig und reißen Sie / reißt das Brutnest nicht auseinander!

Von den Seiten her arbeiten wir uns Wabe für Wabe richtig Brutnest vor. (Eventuell angeschimmelte Seitenwaben entnehmen wir dabei gleich.) Dabei erhalten wir auch einen Überblick über die noch vorhandenen Futtervorräte. Es muss in dieser Zeit noch immer reichlich Futter vorhanden sein. Netto vier bis sechs volle Waben, je nach Volksstärke, sollten es jetzt noch mindestens sein. Es immer noch deutlich mehr verbraucht, als von außen hereinkommen kann.

Sobald wir vom Rand her das Brutnest erreicht haben, ziehen wir die Waben nicht mehr. Normalerweise ist auf den ersten Brutwaben bereits zu erkennen, ob eine legende Königin vorhanden ist (gleichmäßig verdeckelte Arbeiterinnenbrutzellen). Das Brutnest sollte jetzt stark sein. Zwei oder drei Brutwaben sind nicht ausreichend; da wäre dann offensichtlich mit dem Volk etwas nicht in Ordnung.

In der oberen Zarge hängen wir an den Rand des Brutnest einen ersten Drohnenrahmen. (Bei den nächsten Kontrollen schauen wir dann, ob dieser ausgebaut und bebrütet wurde. Sobald das der Fall ist, hängen wir den zweiten Drohnenrahmen an die andere Seite des Brutnests.)

Falls ein Volk stark zu einer Seite der Beute gewandert ist, schieben wir die Brutnestwaben in die Mitte. Dazu muss man i.d.R. ein oder zwei Futterwaben auf der einen Seite entnehmen, die Brutwaben im Block rüberschieben und die Futterwaben an der anderen Seite wieder einhängen. (Wenn das notwendig wird, merkt man wie gut es ist, wenn man ordentlich ausgebaute Waben hat, die nicht an den Rändern an die Beutenwände angebaut sind, und wenn die auf dem Beutenrand aufliegenden Oberträger im Wesentlichen frei von Propolis sind.) Wichtig ist, dass das Brutnest in einen zweizargigen Volk in beiden Zargen gleichmäßig verrückt wird.

Und immer wieder meine Empfehlung: Führen Sie / führt Stockkarten und machen Sie sich / macht euch Aufzeichnungen über den Zustand des Volks. Dann kann man hinterher ggfs. schneller nachvollziehen, wo ein Problem herkommt (und auch besser in die Zukunft planen).

Nun wünsche ich weiter viel Erfolg bei der Imkerei und eine gute Frühjahrsentwicklung. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die Honigräume aufgesetzt werden können. Richten Sie / richtet schon einmal das dafür notwendige Material her.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.

15. Februar 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

heute habe ich über Mittag bei unseren Bienen auf dem Grundstück gearbeitet. Sicherlich ist es für einen Imker immer mit eine der schönsten Erlebnisse, seine Bienen nach dem Winter wieder richtig fliegen zu sehen. Das war heute bei dem schönen Wetter bei allen Völkern der Fall. Ich hoffe, dass auch Sie / ihr das so in diesen Tagen erlebt und alle Völker fliegen sehen / seht. Traurig ist es immer, wenn eine oder gar mehrere Beuten auf dem Stand stehen, deren Fluglöcher still bleiben.

Abgestorbene Völker müssen gemäß Bienenseuchenverordnung unverzüglich bienendicht verschlossen werden. Am besten räumt man das Volk auch gleich ab. Nur allzu schnell sind die Bienen der lebenden Völker dabei, die Futterreste eines toten Volkes zu sich umzutragen. Sehr schnell werden dabei Krankenheiten übertragen. - Wem im Winter Völker eingegangen sind, der sollte versuchen herauszufinden woran es lag. (Im Verein haben wir in den letzten Jahren immer zum Jahresanfang in einer Monatsversammlung eine sogenannte "Totenschau" durchgeführt und abgestorbene Völker unter fachkundiger Anleitung zur Ursachenfeststellung untersucht.)

Aber Achtung: Ein Volk, das nicht fliegt, ist nicht zwangsläufig tot! Wir haben heute auch das eine oder andere Volk gehabt, dass sich nicht gerührt hat, obwohl bei den anderen rechts und links daneben sich schon an den Fluglochverengungen die ausfliegenden Bienen an den einfliegenden Bienen vorbeiquetschen mussten. Wir haben einmal vorsichtig vorne und hinten in den Boden geschaut und notfalls noch einmal den Deckel abgehoben und durch die Folie kontrolliert. Es gibt einfach Völker, die nicht so schnell mitbekommen, dass draußen der schönste Sonneschein herrscht.

Wir haben mit einem Stöckchen von vorne und hinten vorsichtig den im Winter angefallenen Totenfall aus dem Boden befördert, um den Bienen die Arbeit etwas zu erleichtern. (Dabei aber bitte nicht die Zargen anheben, sondern nur durch das Flugloch bzw. die hintere Bodenverschlussklappe arbeiten!) - Wo sehr viel Flugbetrieb war, haben wir über Mittag, solange wir dort waren, die Fluglochkeile herausgenommen. (Bitte nicht vergessen, diese wieder einzusetzen, bevor Sie nach Hause gehen / ihr nach Hause geht. Nachts ist es noch sehr kalt.)

Wer Bedenken hat, das Futter könne knapp werden, der kann bei diesen schönen, warmen Tagen mittags vorsichtig den Deckel abheben und die Folie rechts und links aufklappen und kontrollieren, dass noch ausreichend Futterwaben vorhanden sind. Dabei sollte das Brutnest aber nicht angetastet werden. Die Bienen brauchen jetzt noch große Futtervorräte. Der größte Verbrauch erfolgt in den nächsten Wochen! Es dauert noch, bis Nektar in größeren Mengen eingetragen werden kann.

Was unsere Bienen aber kräftig eingetragen haben, war Pollen. Wir sind sehr froh, dass wir Haselbüsche auf dem Bienengrundstück haben. Diese blühen jetzt, und die Bienen nutzen diese erste größere Pollenquelle gerne. Versuchen Sie / Versucht die frühe Futterversorgung Ihrer / eurer Völker zu verbessern und pflanzen Sie / pflanzt Hasel und Weiden an.

Und noch etwas ist uns wieder aufgefallen: Viele Bienen waren an dem kleinen Teich, der auf unserem Bienengrundstück von uns angelegt worden ist. Der Bedarf an Wasser ist auch im Vorfrühling sehr hoch (im Gegensatz zur Behauptung mancher Imker, dass die Bienen im zeitigen Frühjahr innerhalb der Beute genügend Schwitzwasser vorfinden)! Zu jedem Bienenstand gehört eine Tränke für die Bienen. Wo kein Teich oder Bach in der näheren Umgebung ist, sollte etwas eingerichtet werden.

Ich werde mich auch dieses Jahr bemühen, Sie / euch zu den gegebenen Anlässen mit hoffentlich sinnvollen Hinweisen zu versorgen.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater im Bienenzuchtverein Obertaunus e.V.