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Fünf Schritte durch das Bienenjahr

Notizen von Richard Zimmer zum Vortrag von Herrn Freyer am 9. April 2013 vor dem Verein der Taunusimker

1.) Auswintern (Fühjahrsdurchsicht und Erweiterung)

Das Bienenvolk erweitern, wenn sich eine große Traube um das Brutnest gebildet hat. Bei langen Wintern dafür sorgen, dass die Bienen genug Futter haben. Reicht im Winter 1 kg Futter pro Monat, so benötigt ein großes Brutnest 1 kg Futter pro Woche. Ein 1 zargig überwintertes Volk wird um einen 2. Brutraum erweitert, wenn die erste Zarge komplett gefüllt ist. Dazu eine Zarge mit leeren Waben und/oder Mittelwänden aufstellen (nicht zu früh, wenn es noch kalt ist. Im Zweifelsfall lieber unterstellen, damit die Wärme im Brutnest bleibt). Im Brutraum verbleiben, ganz außen je eine Futterwabe (eventuell neben die Futterwabe ein leeres Rähmchen für den Drohnenbau einschieben). Sind beide Zargen komplett gefüllt, insgesamt 10 Waben mit Brutnest belegt, dann den ersten Honigraum über Absperrgitter aufsetzen. Bei Bedarf den zweiten Honigraum aufsetzen.

2.) Schwarmvorbeugung

Ende Mai 25 - 30% der Brutwaben entfernen und mit ihnen Sammelbrutableger erstellen. Aus den Sammelbrutablegern kann aus zwei Brutwaben, einer Futterwabe und zwei Mittelwänden je ein Ableger erstellt werden. Wenn der Ableger brutfrei ist, mit Oxalsäure behandeln und eine neue Weisel hinzufügen.

3.) Schwarmbekämpfung

Wenn trotz der Schwarmvorbeugung und der Schwarmkontrolle Weiselzellen bestiftet wurden und darin geschlüpfte Maden im Futtersaft schwimmen, dann ist der Schwarmtrieb nicht mehr aufzuhalten. Das Schwärmen mit folgenden Maßnahmen bekämpfen:

  • Honigraumzargen abnehmen und in Reichweite stapeln.
  • Aus dem Brutraum eine Brutwabe mit bierdeckelgroßer Brut entnehmen, die aufsitzenden Bienen in den Brutraum abstoßen, dann zur Seite stellen.
  • Nun auch die Brutraumzargen abnehmen und auf einen, vom Honigraum getrennten, Stapel stellen.
  • Die Honigraumzargen auf den Beutenboden stellen, die beiseitegelegte Brutwabe in die Mitte des Honigraumes einsetzen. Nun den Honigraum mit einem trennenden Boden oder Deckel verschließen.
  • Einen Boden mit Flugloch auf die (aus dem Brutraum bestehende) Beute legen, notfalls einfach an der Vorderseite zwei Hölzchen auf den Deckel legen und dann den Brutraum auf die Beute auflegen. (Als Ergebnis bildet jetzt der Honigraum eine Beute und der darauf stehende Brutraum eine zweite Beute)
  • Den Brutraum ebenfalls mit einem Deckel verschließen. Auf diese Weise sind nun oben ein Brutling ohne Flugbienen und unten ein Flugling nahezu ohne Brut und ohne Weisel entstanden.
  • Nach exakt 9 Tagen (bevor eine neue Weisel schlüpfen kann) das Ganze wieder zurückbauen.

Durch diese Maßnahme sollte der Schwarmtrieb zuverlässig unterbunden sein.

4.) Varroa Behandlung und Wabenerneuerung durch kB (komplette Brutentnahme)

Am 5. Juli alle Brutwaben entfernen und durch Leerwaben oder Mittelwände ersetzen, dabei eine einzige Brutwabe mit komplett offener Brut in die Mitte der untersten Zarge einsetzen. Exakt eine Woche später diese Brutwabe mit allen darin gesammelten Varroen ebenfalls entfernen.

Aus allen Brutwaben einen Sammelbrutableger erstellen (Gefahr der Reinvasion), diesen entfernen und gegen Varroa behandeln. Varroabehandlung kann entweder sofort mit Ameisensäure gemacht werden, oder, nachdem die gesamte Brut geschlüpft ist mit Oxalsäure. Nach erfolgreicher Behandlung können aus dem Sammelbrutableger einzelne Ableger erstellt werden, oder sie werden zum Auffrischen schwacher Völker verwendet, oder vernichtet.

Kontextspalte

Vortrag von Herrn Freyer

Hier finden Sie die Folien zum Vortrag von Herrn Freyer zum Download