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Aktuelle Informationen unseres Imkerberaters

Die Imkerinformationen werden von unserem Imkerberater Uwe Stubbe in unregelmäßigen Abständen erstellt. Sie richten sich an Imkerinnen und Imker, die sich noch nicht so sicher in ihrer Arbeit fühlen und behandeln aktuell in der Völkerführung anstehende imkerliche Maßnahmen. Sie können die Imkerinformationen als Mail abonnieren. Bitte senden Sie dazu eine entsprechende Nachricht an Imkerberater1@remove-this.taunusimker.de.

 

03. Juli 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

die Sommersonnenwende liegt hinter uns und die Bienenvölker beginnen sich auf die Überwinterung einzustellen.

In unserer Gegend bringen die Bienen jetzt die letzten Trachten ein (Esskastanie und Waldtracht). Ab Mitte Juli können Sie / könnt ihr vermutlich an das Abschleudern, also an die letzte Honigernte dieses Jahres denken. Danach sollte unverzüglich ein erster kleinerer Futterstoß (etwa 5 kg Flüssigfutter) gegeben werden, damit bei den Völkern nicht das Gefühl des Mangels aufkommt und das Brutgeschäft eingeschränkt wird. Achtung: Ab jetzt ist es wichtig, bei der Wabenhantierung (insbesondere Honigernte) und der Fütterung darauf zu achten, dass kein Honig oder Futter außerhalb des jeweiligen Volkes kleckert. Die Gefahr der Räuberei steigt zunehmend!

Bitte planen Sie / plant auch rechtzeitig die Behandlung gegen die Varroamilbe.

Im Deutschen Landwirtschaftsverlag gibt es ein neues Sonderheft von Bienen und Natur - "Varroa im Griff", das sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt ( https://www.landecht.de/bienen-natur-sonderheft-02-19-varroa-im-griff ).

Nach bzw. zwischen den Zyklen der Varroabehandlung muss weiter bis zur Überwinterungsstärke aufgefüttert werden. Ein großes Volk sollte netto etwa 18 bis 22 kg Futter zur Überwinterung haben. Es reicht nicht, lediglich die entsprechende Menge einzufüttern. Durch die Umarbeitung bzw. Konzentrierung des Futters durch die Bienen bzw. durch stille Räuberei oder mangels anderer Futterquellen kann am Ende weniger vorhanden sein als erwartet. Daher ist das Wiegen der Völker unerläßlich.

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal auf den Tag der Imkerei, unseren Tag der offenen Tür auf der Belegstelle an der Saalburg am kommenden Sonntag, 7. Juli von 11 bis 17 Uhr hinweisen ( https://www.taunusimker.de/navi/aktuelles/artikel/tag-der-imkerei-und-tag-der-offenen-tuer.html ). Dies ist ein guter Termin, um interessierte Freunde und Bekannte einen ersten Kontakt zu Bienen und Imkerei zu ermöglichen; und natürlich sehe ich Sie / euch dort auch gerne einmal wieder.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater imBienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

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26. April 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

wir waren gestern wieder einmal an unseren Bienen und haben festgestellt, dass bei einigen Völkern schon recht viel Nektar eingetragen war und hier und da auch Schwarmstimmung aufgekommen ist.

Die Annahme der Honigräume gestaltet sich bei verschiedenen Völkern oft recht unterschiedlich gut. Einigen fällt es geradezu schwer, das Absperrgitter zu durchschreiten. Bei anderen ist ruck-zuck alles ausgebaut und gefüllt. So war es auch bei unseren Völkern. Bei ettlichen Völkern mussten wir bereits jetzt einen zweiten Honigraum aufsetzen, weil der erste bis auf die Randwaben gefüllt war. Bitte zögern Sie / zögert nicht zu lang damit, einen weiteren Honigraum aufzusetzen. Wenn der erste bereits "proppevoll" ist, ist es eigentlich schon zu spät. Besser ist es, weitere Honigräume rechtzeitig aufzusetzen.

Geschieht dass zu spät, sehen sich die Bienen gezwungen, den Nektar im Brutnest einzulagern. Die Folge ist, dass hier dann zu wenig Platz für die Eiablage der Königin ist. Dadurch geht der Brutumfang zurück, und die Ammenbienen können ihren Futtersaft nicht mehr loswerden. - Und schon ist die Schwarmstimmung da!

Auch bei unseren Völkern haben wir bereits erste Königinnenzellen mit einem Ei oder gar bereits mit einer angepflegten Larve entdeckt. Seien Sie / seid also auf der Hut und kontrollieren Sie / kontrolliert regelmäßig (alle sieben bis spätestens neun Tage) auf vorhandene Königinnenzellen. - Es gab über Ostern bereits viele Schwarmmeldungen!

Eine gute Methode, die Schwarmneigung zu senken, ist auch das Schröpfen der Völker. Hierzu wird einem starken Volk eine Wabe mit Brut entnommen. Daraus lassen sich wunderbar Ableger bilden. Die richtige Zeit dazu hat jetzt begonnen!


Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater imBienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

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01. April 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

in meiner letzten Rundmail hatte ich darauf hingewiesen, dass Sie / ihr schon einmal Honigräume vorbereiten sollten / solltet. Am Wochenende haben wir dann tatsächlich auf den ersten Völkern Honigräume aufgesetzt.

Wann genau die Honigräume aufgesetzt werden sollten, ist immer eine knifflige Entscheidung. Erfolgt dieser Eingriff zu früh und es kommt noch einmal ein Kälteeinbruch, dann haben es die Bienen schwerer, das Brutnest ausreichend warm zu halten. Erfolgt die Honigraumgabe zu spät, dann wird bereits massenhaft Nektar in das Brutnest eingetragen und dadurch die weitere Entwicklung des Bienenvolks behindert, was ein auslösender Faktor für den Schwarmtrieb ist. - Es ist jedoch immer besser, den Honigraum zu früh aufzusetzen, als zu spät!

Wenn wir sehen, dass ein Volk für seinen Raum recht stark ist bzw. dass viel verdeckelte Brut vorhanden ist und somit zu erwarten ist, dass in der nächsten Zeit viele Bienen schlüpfen werden, und gleichzeitig die ersten Massentrachten zu erwarten sind (in unserer Gegend mit dem Beginn der Kirschblüte - und die ersten Bäume blühen!), setzen wir die Honigräume über Absperrgitter auf. Die neuen Honigräume bestehen bei uns üblicherweise aus vier bis sechs ausgebauten Waben (Honigraumwaben des Vorjahres), die rechts und links von Rähmchen mit Mittelwänden flankiert werden.

Bevor die Honigräume aufgesetzt werden, müssen überzählige Futterwaben entnommen werden, um zu vermeiden, dass Futter in den Honigraum umgetragen wird. (Das würden die Bienen tun, um sich im Zentrum Platz für das Brutnest zu schaffen.) Optimal bleibt an den Rändern der Beute jeweils eine Wabe mit Futter übrig. - Bitte entnehmen Sie / entnehmt nicht ALLES Futter, das kann schnell zum Verhungern des Volks führen, wenn z.B. aufgrund schlechten Wetters nicht so viel Nektar eingetragen werden kann wie erhofft!

Vergessen Sie / vergesst nicht die Kontrolle der Drohnenrahmen. Auch dazu hatte ich in meiner letzten Rundmail bereits etwas geschrieben.

Bei unseren Völkern waren die Drohnenrahmen nun so gut wie alle ausgebaut und mit Brut belegt. Einen ersten voll verdeckelten Drohnenrahmen konnten wir bereits entnehmen. Wir haben also unsere Völker mit einem zweiten Drohnenrahmen versehen. Über den Frühling uns Sommer führen wir die Völker mit zwei Drohnenrahmen, die wir immer im Wechsel entnehmen. So gibt es im Volk immer Drohnenbrut, die kurz vor der Verdeckelung steht. Dorthinein schlüpften die Varroaweibchen mit besonderer Vorliebe.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater imBienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

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22. März 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

der Frühling kommt mit Macht, und die Bienenvölker sollten alle bereits seit Wochen fleißig am Brüten sein. Auch die vergangene Periode mit eher kühleren und nassen Tagen wird diese Entwicklung nicht wesentlich aufgehalten haben. - Wir werden heute, am Freitag dem 22. März, mittags in unsere Bienenvölker schauen, um eine Frühjahrskontrolle vorzunehmen. - Sofern Sie / ihr das noch nicht getan haben sollten / solltet, planen Sie / plant dies bitte baldmöglichst für einen schönen, warmen Zeitraum ein!

Was ist zu tun?

- Kontrolle auf Weiselrichtigkeit
- Kontrolle der Futtervorräte
- Sitz des Brutnests kontrollieren
- Angeschimmelte Waben entnehmen
- Drohnenrahmen einhängen

Auch wenn es heute sehr angenehm war zu werden verspricht, ist es draußen immer noch deutlich kühler, als im Brutnest eines Bienenvolks. Daher sollte die Frühjahrskontrolle kurz, effektiv und schonend erfolgen. Öffnen Sie / öffnet die Beuten nicht länger, als unbedingt notwendig und reißen Sie / reißt das Brutnest nicht auseinander!

Von den Seiten her arbeiten wir uns Wabe für Wabe richtig Brutnest vor. (Eventuell angeschimmelte Seitenwaben entnehmen wir dabei gleich.) Dabei erhalten wir auch einen Überblick über die noch vorhandenen Futtervorräte. Es muss in dieser Zeit noch immer reichlich Futter vorhanden sein. Netto vier bis sechs volle Waben, je nach Volksstärke, sollten es jetzt noch mindestens sein. Es immer noch deutlich mehr verbraucht, als von außen hereinkommen kann.

Sobald wir vom Rand her das Brutnest erreicht haben, ziehen wir die Waben nicht mehr. Normalerweise ist auf den ersten Brutwaben bereits zu erkennen, ob eine legende Königin vorhanden ist (gleichmäßig verdeckelte Arbeiterinnenbrutzellen). Das Brutnest sollte jetzt stark sein. Zwei oder drei Brutwaben sind nicht ausreichend; da wäre dann offensichtlich mit dem Volk etwas nicht in Ordnung.

In der oberen Zarge hängen wir an den Rand des Brutnest einen ersten Drohnenrahmen. (Bei den nächsten Kontrollen schauen wir dann, ob dieser ausgebaut und bebrütet wurde. Sobald das der Fall ist, hängen wir den zweiten Drohnenrahmen an die andere Seite des Brutnests.)

Falls ein Volk stark zu einer Seite der Beute gewandert ist, schieben wir die Brutnestwaben in die Mitte. Dazu muss man i.d.R. ein oder zwei Futterwaben auf der einen Seite entnehmen, die Brutwaben im Block rüberschieben und die Futterwaben an der anderen Seite wieder einhängen. (Wenn das notwendig wird, merkt man wie gut es ist, wenn man ordentlich ausgebaute Waben hat, die nicht an den Rändern an die Beutenwände angebaut sind, und wenn die auf dem Beutenrand aufliegenden Oberträger im Wesentlichen frei von Propolis sind.) Wichtig ist, dass das Brutnest in einen zweizargigen Volk in beiden Zargen gleichmäßig verrückt wird.

Und immer wieder meine Empfehlung: Führen Sie / führt Stockkarten und machen Sie sich / macht euch Aufzeichnungen über den Zustand des Volks. Dann kann man hinterher ggfs. schneller nachvollziehen, wo ein Problem herkommt (und auch besser in die Zukunft planen).

Nun wünsche ich weiter viel Erfolg bei der Imkerei und eine gute Frühjahrsentwicklung. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die Honigräume aufgesetzt werden können. Richten Sie / richtet schon einmal das dafür notwendige Material her.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater imBienenzuchtverein Obertaunus e.V.

 

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15. Februar 2019

Liebe Imkerinnen und Imker,

heute habe ich über Mittag bei unseren Bienen auf dem Grundstück gearbeitet. Sicherlich ist es für einen Imker immer mit eine der schönsten Erlebnisse, seine Bienen nach dem Winter wieder richtig fliegen zu sehen. Das war heute bei dem schönen Wetter bei allen Völkern der Fall. Ich hoffe, dass auch Sie / ihr das so in diesen Tagen erlebt und alle Völker fliegen sehen / seht. Traurig ist es immer, wenn eine oder gar mehrere Beuten auf dem Stand stehen, deren Fluglöcher still bleiben.

Abgestorbene Völker müssen gemäß Bienenseuchenverordnung unverzüglich bienendicht verschlossen werden. Am besten räumt man das Volk auch gleich ab. Nur allzu schnell sind die Bienen der lebenden Völker dabei, die Futterreste eines toten Volkes zu sich umzutragen. Sehr schnell werden dabei Krankenheiten übertragen. - Wem im Winter Völker eingegangen sind, der sollte versuchen herauszufinden woran es lag. (Im Verein haben wir in den letzten Jahren immer zum Jahresanfang in einer Monatsversammlung eine sogenannte "Totenschau" durchgeführt und abgestorbene Völker unter fachkundiger Anleitung zur Ursachenfeststellung untersucht.)

Aber Achtung: Ein Volk, das nicht fliegt, ist nicht zwangsläufig tot! Wir haben heute auch das eine oder andere Volk gehabt, dass sich nicht gerührt hat, obwohl bei den anderen rechts und links daneben sich schon an den Fluglochverengungen die ausfliegenden Bienen an den einfliegenden Bienen vorbeiquetschen mussten. Wir haben einmal vorsichtig vorne und hinten in den Boden geschaut und notfalls noch einmal den Deckel abgehoben und durch die Folie kontrolliert. Es gibt einfach Völker, die nicht so schnell mitbekommen, dass draußen der schönste Sonneschein herrscht.

Wir haben mit einem Stöckchen von vorne und hinten vorsichtig den im Winter angefallenen Totenfall aus dem Boden befördert, um den Bienen die Arbeit etwas zu erleichtern. (Dabei aber bitte nicht die Zargen anheben, sondern nur durch das Flugloch bzw. die hintere Bodenverschlussklappe arbeiten!) - Wo sehr viel Flugbetrieb war, haben wir über Mittag, solange wir dort waren, die Fluglochkeile herausgenommen. (Bitte nicht vergessen, diese wieder einzusetzen, bevor Sie nach Hause gehen / ihr nach Hause geht. Nachts ist es noch sehr kalt.)

Wer Bedenken hat, das Futter könne knapp werden, der kann bei diesen schönen, warmen Tagen mittags vorsichtig den Deckel abheben und die Folie rechts und links aufklappen und kontrollieren, dass noch ausreichend Futterwaben vorhanden sind. Dabei sollte das Brutnest aber nicht angetastet werden. Die Bienen brauchen jetzt noch große Futtervorräte. Der größte Verbrauch erfolgt in den nächsten Wochen! Es dauert noch, bis Nektar in größeren Mengen eingetragen werden kann.

Was unsere Bienen aber kräftig eingetragen haben, war Pollen. Wir sind sehr froh, dass wir Haselbüsche auf dem Bienengrundstück haben. Diese blühen jetzt, und die Bienen nutzen diese erste größere Pollenquelle gerne. Versuchen Sie / Versucht die frühe Futterversorgung Ihrer / eurer Völker zu verbessern und pflanzen Sie / pflanzt Hasel und Weiden an.

Und noch etwas ist uns wieder aufgefallen: Viele Bienen waren an dem kleinen Teich, der auf unserem Bienengrundstück von uns angelegt worden ist. Der Bedarf an Wasser ist auch im Vorfrühling sehr hoch (im Gegensatz zur Behauptung mancher Imker, dass die Bienen im zeitigen Frühjahr innerhalb der Beute genügend Schwitzwasser vorfinden)! Zu jedem Bienenstand gehört eine Tränke für die Bienen. Wo kein Teich oder Bach in der näheren Umgebung ist, sollte etwas eingerichtet werden.

Ich werde mich auch dieses Jahr bemühen, Sie / euch zu den gegebenen Anlässen mit hoffentlich sinnvollen Hinweisen zu versorgen.

Herzliche Grüße

Uwe Stubbe

Imkerberater imBienenzuchtverein Obertaunus e.V.

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